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Ausstellung: "Schön, vielfältig und schützenswert"

Insekten im Nordwesten

  Kai Jäkel, Torf-Mosaikjungfer
Foto: Kai Jäkel, Torf-Mosaikjungfer

Sie sind schön, sie sind nützlich - und sie sind extrem gefährdet. Die Rede ist von unseren heimischen Insekten. Ob auf unseren Feldern, Wiesen, Gärten oder Parks, für Bienen, Schmetterlingen & Co. wird der Rückgang Jahr für Jahr immer dramatischer.

Es ist stiller geworden auf den Balkonen mit lecker gedecktem Pflaumenkuchen, den blühenden Bauerngärten mit den nach Nektar suchenden Hummeln oder den langen Rispen des Sommerflieders, die vergeblich nach farbenfrohen Faltern Ausschau halten. Vielfach herrscht ein inzwischen steril steingewordener Baumarktstil ohne Summen und Brummen, ohne Blühflächen, ohne Insekten- und Pflanzenvielfalt und ohne Laubhaufen. Ordnung ist das halbe Leben, gilt immer mehr auch für Deutschlands Gärten.

Es stellt sich somit längst nicht mehr die Frage, ob die Insektenwelt in Schwierigkeiten steckt, sondern vielmehr, ob und wie das Insektensterben überhaupt noch zu stoppen ist.

Sind doch Insekten die Grundlage unseres Ökosystems und machen etwa zwei Drittel allen Lebens auf der Erde aus. Seit Jahrmillionen existieren sie, gehören zur Artenvielfalt zwingend dazu. Sie sind nicht nur wichtige Bestäuber von Pflanzen und Obstplantagen, sondern auch biologische Schädlingsbekämpfer und lebensnotwendige Nahrungsquelle für Vögel und Fische. Je weniger Blütenpflanzen es gibt, umso mehr schrumpft die Nahrungsgrundlage der Insekten. Der Kreis schließt sich mit den heimischen Vögeln, die die Insekten zum Leben und Überleben benötigen.

Da durchgreifende Reaktionen aus Politik, Landwirtschaft aber auch Haus- und Gartenbesitzer immer noch auf sich warten lassen, haben sich die BUND-Kreisgruppen Friesland, Wilhelmshaven und Ammerland sowie der BUND-Regionalverband Ostfriesland entschlossen, mit einem jurierten Fotowettbewerb die Einmaligkeit der bedrohten Insektenvielfalt weiter in die Öffentlichkeit zu tragen. Herausgekommen sind über 25 beeindruckend schöne Großaufnahmen, die alle von Hobby- oder professionellen Natur- und Tierfotografen aus der Region stammen. Die Fotos stehen als Anreger, wie lebendig und vielfältig es sein kann, wenn im eigenen Garten bereits ein wenige Quadratmeter großes Biotop entsteht, um die Notlage der Insekten ein wenig zu lindern.

Die Ausstellung will zudem Lust machen, bereits jetzt in der winterlichen Jahreszeit, für den Sommer einen insektenfreundlichen Garten oder Balkon zu planen. Insekten, Vögel und das menschliche Augen werden es danken.


Fotoausstellung von Annemieke Podt: "Kleine Wale im Visier" – Fotoidentifikation bei Schweinswalen

  Schweinswal in der Nordsee

Die Biologin Annemieke Podt interessiert sich seit Kindertagen für Meeressäuger. Diese Faszination hat sie auch beruflich geprägt. Als Mitherausgeberin des Online-Magazins "Orcazine.com" war es naheliegend, dass sie sich auch in ihrem Studium intensiv mit Schwertwalen beschäftigte. Im Jahr 2015 hat sie ihren Master im Fachgebiet Verhaltensökologie an der Universität Utrecht abgeschlossen.

Kurz darauf kam der Kontakt zum Stichting Rugvin (Stiftung "Rückenfinne") zustande, wo sie sich seit April 2016 engagiert. Die Stiftung Rugvin untersucht seit 2007 das Vorkommen von Walen vor der niederländischen Küste und bemüht sich unter anderem durch Öffentlichkeitsarbeit um den Schutz der Meeressäuger. Seit Dezember 2018 ist Annemieke Podt Vorstandsmitglied dieser Walforschungs- und -schutzorganisation.

Die 38 Bilder von Schweinswalen, die im Wattenmeer Besucherzentrum am Wilhelmshavener Südstrand gezeigt werden, entstammen einem Fotoidentifikationsprojekt von Schweinswalen in der Oosterschelde. Die Oosterschelde ist ein 350 Quadratkilometer großes Mündungsgebiet von Rhein, Maas und Schelde in den südlichen Niederlanden. Es ist komplett eingedeicht und bei Sturmfluten von der Nordsee durch das gewaltige Oosterschelde-Sperrwerk absperrbar.

Seit 2015 werden Sichtungen von Schweinswalen in der Oosterschelde fotografisch dokumentiert und ausgewertet. Hier konnte Annemieke Podt ihre Leidenschaft für die Fotografie mit dem wissenschaftlichen Auftrag verbinden. Als Fotografin von Meeressäugern war sie bereits über die niederländischen Grenzen hinaus bekannt. Nun konnte sie ihr Portfolio mit den Schweinswal-Aufnahmen erweitern, von denen wir eine Auswahl im Wattenmeer Besucherzentrum zu sehen bekommen.

Anfang 2019 hat Stichting Rugvin den von Annemieke Podt zusammengetragenen Foto-ID-Katalog mit rund 60 identifizierten Schweinswalen veröffentlicht. Eine wichtige Erkenntnis aus dieser Arbeit ist, dass einige Schweinswale über Jahre ortstreu sind.